Mittwoch, 23. Dezember 2015

Adventkalender - Tür23: Weihnachten weltweit Teil2


Russland feiert nach dem julianischen Kalender (wie wir aus früheren Posts wissen, verschiebt sich da einiges). Hier kommt Väterchen Frost mit seiner Enkelin (manchmal auch Tochter) Schneeflöckchen mit einem Schlitten zu den Kindern und beschenkt sie zu Neujahr (seit Ende des Kommunismus). Obwohl Väterchen Frost dem Weihnachtsmann ähnelt, haben die beiden rein gar nix miteinander zu tun und sich völlig selbstständig von einander entwickelt. Väterchen Frost hat sich aus einer russischen Märchenfigur entwickelt, wie auch Schneeflöckchen. 

In Spanien beginnt man die Weihnachtsfeierlichkeiten am 22. Dezember mit der Weihnachtslotterie. Am Heiligen Abend wird miteinander gegessen, am Tag der Unschuldigen Kinder (28.12.) legt man andere mit erfundenen Geschichten herein - sogar die Medien spielen da mit. Die Geschenke verteilen die Heiligen drei Könige am 06.01. - am Vortag ziehen sie mit einer Parade ein. Weihnachtsbäume sind nicht sehr verbreitet, aber Krippen.
In Katalonien gibt es noch den Brauch des Tió de Nadal. Das ist ein Holzklotz, der 2 Öffnungen hat. Vorne wird er mit Nüssen, Äpfeln und Brot gefüttert, abends wird er zugedeckt und am 24. klopfen die Kinder mit Stöcken dagegen, damit er durch die hintere Öffnung Süßigkeiten ausspuckt :-)

Im Baskenland bringt der Olentzero (das ist ein Köhler) den Kindern die Geschenke. Er bringt sie schon am 24.12. Angeblich wurde er als Kind von einer Fee gefunden, gerettet, arbeitete dann als Köhler (Kohleabbau) und hat dabei Holzfiguren geschnitzt, die er den Kindern geschenkt hat. 

In einigen Gegenden Italiens kommt das Christkind, in anderen immer noch Befana, eine Hexe, die von den Hl. Drei Königen (Epiphanie - daher auch der Name) von der Geburt des Jesuskind gehört hat und aufbrach, es zu suchen. Sie war zu spät dran, hat den Stern verpasst und fliegt daher in der Nacht vom 05.01. auf den 06.01. herum, um das Jesuskind zu suchen. Dabei verteilt sie Geschenke oder bringt Kohle den bösen Kindern. 

Weiterführende Links:
♪♫ Tschaikovsky: "Nussknacker Suite"♪♫

Disclaimer: die Blogposts des Adventkalenders erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, dann ist das in keinem Fall eine Beleidigung und ich bitte, mich darauf hinzuweisen. Ich versuche lediglich, Weihnachten und alles rundherum, so einfach wie möglich zu erklären. 

Dienstag, 22. Dezember 2015

Adventkalender - Tür22: Weihnachten weltweit Teil1


In den Niederlanden ist Sinterklaas (also der Nikolausabend 05.12.) immer noch am wichtigsten - auch, wenn er langsam vom Weihnachtsmann verdrängt wird. Was eigentlich völlig paradox ist, denn Sinterklaas kam mit niederländischen Auswanderern nach Amerika, wandelte sich zu Santa Claus und kam so wieder nach Europa zurück. Das heißt Sinterklaas wird von sich selber verdrängt. Willkommen in der Weihnachts-Matrix!
Er hat einen Begleiter, den man Zwarte Piet (Schwarzer Peter) nennt. Beide kommen am letzten Samstag im November per Schiff in die Stadt (der hl. Nikolaus ist ja auch Schutzpatron der Seefahrer) und reiten auf einem Pferd zu den Kindern, die ihre Schuhe aufgestellt haben, mit Wunschzettel und einer Kleinigkeit für das Pferd. 
Der Nikolausabend gleicht unserem Weihnachtsabend. Es wird innerhalb der Familie gegessen und Geschenke werden vergeben.Da es in Island nicht sehr viele bis gar keine Tannenbäume gibt, wurden früher Bäume aus Holzstücken mit Immergrün dekoriert. Jetzt werden sie importiert. 
Den Sommer verbringt Sinterklaas in Spanien. 

Die Schweden sind auch sehr witzig. Da ist z.B. der Julbock Teil der Feierlichkeiten. Klassisches, "heidnisches" Dings, da Fruchtbarkeit verkörpernd usw. Bis zum 19. Jhdt hat er sogar die Geschenke gebracht. Und sie trinken Glögg. Und stellen dem Kobold Brei ans Fensterbrett, damit er keine Streiche spielt. 

Island lässt sich von 13 Zwergen beschenken: die "13 Weihnachtszwerge von den Bergen", die ursprünglich mal grobe Trolle waren, bis sie allmählich zu Weihnachtsmännchen wurden. Ab dem 12. Dezember kommt täglich einer hinzu, bis zum Heiligen Abend. Danach gehen sie sukzessive alle wieder, bis an Dreikönig alle wieder weg sind. Jeder hat einen eigenen Namen und stand für eine bestimmte Tat, um Menschen zu ärgern. Jetzt bringen sie die Geschenke. 

Weiterführende Links:
♪♫ Hank Snow: "Reindeer Boogie"♪♫

Disclaimer: die Blogposts des Adventkalenders erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, dann ist das in keinem Fall eine Beleidigung und ich bitte, mich darauf hinzuweisen. Ich versuche lediglich, Weihnachten und alles rundherum, so einfach wie möglich zu erklären. 


Montag, 21. Dezember 2015

Adventkalender - Tür21: Der Weihnachtsmann


Coca Cola hat *nicht* den Weihnachtsmann erfunden. Also vergesst das mal gleich wieder. Lediglich sein jetziges Aussehen geht auf einen Illustrator zurück, der ihn ca 1930 für den Getränkekonzern so gezeichnet hat. Und da die bekanntlich ein hervorragendes Marketing betreiben, hat sich dieser Weihnachtsmann durchgesetzt. 
Ich möchte diesen Blödsinn einfach nicht mehr lesen/sehen/hören.

Und die zweite, nicht weniger unüberraschende Enthüllung: Der Weihnachtsmann beruht auf der Figur des Nikolaus. Eh logisch. 
Nehmen wir also den Nikolaus, wäre der Weihnachtsmann schon sehr alt. Aber er hat sich ja entwickelt. U.a. durch niederländische Einwanderer (Sinterklaas --> Santa Claus). Im 19. Jhdt verlor der Bischof seinen Ornat und bekam allmählich "weltlicheres" Gewand. Zuerst komplett in Fell gekleidet, dann nur noch Fellkragen und dergleichen. Die ersten Beschreibungen eines Weihnachtsmannes bzw. sogar schon Postkarten mit einem Weihnachtsmann gab es bereits Anfang des 19. Jhdt. Mitunter soll das bekannte Gedicht " 'Twas the night before Christmas" mit zur Verbreitung des Weihnachtsmannes beigetragen haben. Selbst im deutschen Sprachraum hat eine Beschreibung im Buch "Struwwelpeter" sehr viel Ähnlichkeit mit dem jetzigen Weihnachtsmann und das war Mitte des 19. Jhdts. 

Wir können es aber noch ein bissi komplizierter machen: der britische Father Christmas ist eigentlich nicht der amerikanische Santa Claus und hat angeblich auch nix mit dem Nikolaus zu tun (was ich persönlich nicht so ganz glaube). Ursprünglich halt. Mittlerweile haben die sich auch sehr angenähert, wenn nicht ohnehin zu ein und demselben verschmolzen. Woher Father Christmas kommt, ist kaum mehr nachvollziehbar. Aber die Figur gab es schon im 15. Jhdt und damals war er kein Geschenkebringer.
PS: Das russische Väterchen Frost ist übrigens auch eine ganz andere Figur...


Ich gebe zu, das wird dann selbst mir ein bisserl zu kompliziert...


However: soll es sie alle geben. The more, the merrier. Und wie sonst sollten alle Weihnachtsfeierer an den paar Tagen ihre Geschenke bekommen, wenn nicht durch viele, viele Helfer. Mein Zugang :-)

Weiterführende Links:
Drunk History: " 'Twas the night before Christmas"

Disclaimer: die Blogposts des Adventkalenders erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, dann ist das in keinem Fall eine Beleidigung und ich bitte, mich darauf hinzuweisen. Ich versuche lediglich, Weihnachten und alles rundherum, so einfach wie möglich zu erklären. 

Sonntag, 20. Dezember 2015

Adventkalender - Tür20: Das Christkind


Das Christkind ist nicht so alt, wie man glauben mag. Etwas älter als der (jetzige) Weihnachtsmann vielleicht, aber, im Prinzip haben sich beide aus der Figur des hl. Nikolaus entwickelt. Klingt komisch, ist aber so. (Ok, genau genommen, ist das Christkind ein Nebenprodukt)
Lange, lange Zeit hat der Nikolaus die Geschenke gebracht. Da die Protestanten, die Heiligenverehrung ablehnten, hat Luther kurzerhand im 16. Jhdt. das Christkind "erfunden". Also eigentlich den "Heiligen Christ" (und bei der Gelegenheit auch gleich den Geschenketag verlegt), der die Bedeutung auf Jesus lenken sollte, aber nicht in der Form des Neugeborenen. Über die Jahrhunderte hat sich daraus das Christkind entwickelt. Und mittlerweile ist keinem mehr so richtig klar, ob es nun das Jesuskind ist oder nicht. Also eigentlich: nein. 
Auch, wenn es gerne als kleines Engerl dargestellt wird und zusehends als blondgelocktes Mädchen (was falscher nicht sein könnte)... 

Zu uns nach Österreich kam das Christkind ungefähr zur selben Zeit wie der Adventkranz und der Christbaum. Also wirklich spät. Erst im 20. Jhdt. Und - entgegen anderer Meinungen - ist das Christkind demnach nicht katholisch, sondern protestantisch. Bumm! Eine protestantische Figur, die bei uns sehr spät Einzug gehalten hat. Damit haben wohl einige nicht gerechnet... Soviel zu "bei uns hat das Christkind Tradition!" Wenn man eine Tradition, die nicht mal 200 Jahre alt ist, Tradition nennen kann... ;-)

In der reformierten Schweiz z.B. war lange noch der Nikolaus (oder eine Figur von ihm) der Geschenkebringer und erst spät hat das Christkind ihn dort ersetzt. Wohingegen hier bei uns, die Figur des Weihnachtsmannes das Christkind immer mehr verdrängt. 

Ich persönlich stelle mir gerne vor, dass Christkind und Weihnachtsmann zusammen helfen. Es ist doch völlig egal, an wen man glaubt - ich glaube an beide und an die vielen anderen weihnachtlichen Geister, die es in der Welt gibt. Alle helfen zusammen, um Weihnachten zu dem zu machen, was es sein soll und das ist doch der Sinn des Ganzen, oder? Ein Miteinander.

Weiterführende Links:

♪♫Trans Siberian Orchestra "An Angel came down"♪♫

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Samstag, 19. Dezember 2015

Adventkalender - Tür19: Der Weihnachtsbaum

Man kann, wenn man will, fast alle Weihnachtsbräuche auf frühzeitliche Midwinter-Kulturen zurückführen. Es muss halt nicht immer stimmen. Wahrscheinlich ist es aber.
Sicher ist, dass eine Form von (Immer)Grün, als Lebens-Symbol, die Stuben im Winter schmückte. Und ziemlich sicher ist auch, dass der Weihnachtsbaum in seiner heutigen Form wieder einmal über das protestantische Deutschland zu uns kam. 

Richtig populär wurde er im 18. Jhdt. In der deutschen Literatur hat Goethe erstmals einen aufgeputzten Baum erwähnt - in den Leiden des jungen Werthers. Tannenbäume waren in Mitteleuropa selten, nur betuchte Schichten konnten sich einen Baum leisten. Sozial schlechter gestellte Menschen, mussten mit Grün und Zweigen auskommen. Erst ab der Mitte des 19. Jhdts wurden mehr Nadelbäume auch bei uns angepflanzt und ab da konnten sich viele Menschen einen Baum ins Haus stellen.
Nach Großbritannien hat Albert, der (deutsche) Ehemann von Königin Victoria, den Christbaum gebracht. Der erste Baum in Wien wurde von der Jüdin Fanny von Arnstein aufgestellt. In ihrem Haus gingen auch Adelige ein und aus und so hat die Ehefrau von Erzherzog Karl den Brauch aufgegriffen. Durch die Habsburger hat es sich dann ordentlich in Österreich verbreitet. Deutsche Auswanderer brachten den Baum nach Amerika und schon gegen Ende des 19 Jhdts wurden dort die ersten Bäume aus Eisen hergestellt. 

Der erste Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz wurde erst 1982 aufgestellt. 
Die ersten Christbaumkugeln wurden 1830 geblasen.

Weiterführende Links


♪♫Mel&Kim: "Rockin' around the Christmastree"♪♫

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Freitag, 18. Dezember 2015

Adventkalender - Tür18: Bastelwerkstatt

How To Sockenschneemann

Über die bin ich neulich gestolpert, fand sie so dermaßen entzückend, dass ich das auch gleich ausprobieren wollte. Weiße Socken sollte man ohnehin nicht tragen... 

Ich habe statt Reis, Watte genommen. Nachteil: der Schneemann steht nicht von selber. Eine kostengünstige Version ist, unten Reis einzufüllen - damit steht er - und den Rest mit Watte aufzufüllen.
Man sollte zum Zubinden der Socken allerdings keine Gummiringerl nehmen, die werden mit der Zeit porös. Einfach ein Garn oder Wolle, mit der man ordentliche Knoten machen kann. Sie sind eh nicht sichtbar. 

Für Knöpfe, Augen, usw kann man Pailletten, Mini-Pom-Poms, Knöpfe und dergleichen verwenden. Je nach Geschmack.
Ich bin später dazu übergegangen, für alles nur Socken zu verwenden. Zerschneidet man den bunten Socken für die Haube (aus einem kleinen Socken, kann man 2 Hauben machen), kann man noch ein paar Streifen für den Schal abschneiden.


30min brauche ich für einen Schneemann. Geht super schnell, super einfach und sieht unglaublich entzückend aus. 

Quelle: https://youtu.be/B6I3mS0_HlI

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Adventkalender - Tür 17: Der Mistelzweig

 
In der Weihnachtszeit einen Mistelzweig über die Tür zu hängen und sich darunter zu küssen, ist bei uns (noch) nicht so weit verbreitet, wie in den englischsprachigen Ländern. Aber es ist ein niedlicher Brauch. Wobei die Mistel an sich gar kein so nettes Gewächs ist. Sie ist ein Parasit, die sich von Wasser und Nährstoffen ihres Wirtbaumes ernährt. 
Allerdings ist sie auch als Heilpflanze sehr geschätzt. Der berühmte Kneipp hat sich ihrer schon bedient. Sie soll gegen hohen und niedrigen Blutdruck helfen, wird bei Krebsleiden eingesetzt, bei Fieber, Erkältungen oder Entzündungen. 

Es wurden der Mistel schon sehr früh viele Kräfte zugesprochen, das darunter Küssen, hat sich erst spät entwickelt. So soll sie (selbstverständlich) gegen Hexen helfen, Glück, Fruchtbarkeit, usw bringen. Woher jedoch der Kuss unter der Mistel kommt, ist nicht so recht geklärt. 

Eine Legende besagt, dass der Sonnengott Balder von seinem Tod geträumt haben soll. Allein, niemand, bis auf seinen Feind Loki, wollte ihn wirklich töten. Loki schnitt einen Pfeil aus einem Mistelzweigholz und ließ Balder von dem Wintergott Hoder ermorden. Aus Trauer über ihren verlorenen Sohn, vergoss Frigga viele Tränen, die zu den Beeren des Mistelzweigs wurden. Sie konnte ihn wieder ins Leben zurück holen und aus Dankbarkeit darüber, küsste sie jeden, der unter einem Mistelzweig hindurch ging. 
Ein bisserl wirr, aber nett. 

Die Mistel soll auch mal ein Baum gewesen sein. Ein Baum in dem Wald, aus dem das Holz für das Kreuz Christi geschlagen wurde. Weil sich der Baum so sehr dafür schämte, soll er zu dem zusammen geschrumpft sein, was wir jetzt kugelförmig in den Bäumen wieder finden. Aber zumindest schüttet er sein Glück über jenen aus, die unter ihm stehen. 

Der feurige Busch, aus dem Gott zu Moses sprach, war vielleicht auch aus der Familie der Misteln. Diese Art hat rote Stengel und ihre Blätter und Früchte sehen wie Flammen aus - das würde das Feuer erklären, das den Busch nicht zerstörte. (Vermutlich hat Moses von seinen Beeren gegessen...)

Es gibt unendlich viel, das sich um die Mistel rankt (die übrigens nicht umgangssprachlich "Mispel" heißt, das ist eine andere Pflanze), auf jeden Fall küsst man einander nun darunter. "Erfunden" haben das die Engländer im 18. Jhdt. Dabei gibt es eigentlich auch ein paar Regeln: z.B. darf man den Kuss nicht ablehnen, wenn man unter der Mistel steht. Pflückt der/die Küsser/in eine Beere und erhält dadurch einen Kuss, dann noch eine Beere, noch ein Kuss, das kann man so lange weiter machen, bis keine Beeren mehr vorhanden sind. Dann ist auch die Schmuserei zu Ende. 

Die Mistel steht - zumindest in D - unter Naturschutz.

Weiterführende Links:


♪♫Aretha Franklin "Kissing by the mistletoe"♪♫

Disclaimer: die Blogposts des Adventkalenders erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, dann ist das in keinem Fall eine Beleidigung und ich bitte, mich darauf hinzuweisen. Ich versuche lediglich, Weihnachten und alles rundherum, so einfach wie möglich zu erklären. 

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Adventkalender - Tür16: Weihnachtsstern Poinsettia


Der Weihnachtsstern, Poinsettia, Advent- oder Lichtstern gehört zu den Wolfsmilchgewächsen und ist - entgegen anderslautenden Meinungen - nicht giftig. Natürlich sollte man nicht immens viele Blätter von ihm kauen, aber sterben würde man daran nicht...

Sein lateinischer Name lautet "die Schönste Wolfsmilch" und der Name "Poinsettia" kommt von Joel Roberts Poinsett, amerikanischer Botschafter in Mexiko, der die Pflanze im 19 Jhdt. in den USA einführte. 
Schon die Azteken kannten ihn und der Naturforscher Humboldt brachte ihn auch im 19. Jhdt nach Europa. Gott sei Dank nannte man ihn dann nicht Humboldt-Stern... 
Erst zu Beginn des 20. Jhdts hat ihn eine deutsche Auswandererfamilie in den USA als Weihnachtsblume etabliert. Zuerst war er überall als Schnittblume erhältlich, erst in den 1950ern konnte man ihn erfolgreich (auch in Europa) züchten und seitdem gibt es die Poinsettia als Topfpflanze. 

In Frankreich heißt er "Liebesstern", was vermutlich darauf beruht, dass eine aztekische Göttin an gebrochenem Herzen starb (ja, die konnten sterben!) und die Blutstropfen, die Blätter rot färbten. 
Es gibt auch eine mexikanische Legende, die erklärt, wie der Weihnachtsstern zu Weihnachten gehört: ein armes kleines Mädchen wollte zu Weihnachten dem Jesuskind in der Kirche ein Geschenk machen, hatte aber nichts. Ihr Bruder meinte, dass schon das kleinste Geschenk was tolles wäre. So hat sie am Wegesrand ein paar Samen aufgesammelt und sie vor die Weihnachtskrippe gelegt. Dort seien sie plötzlich blutrot und schön erblüht. Daher heißt die Pflanze in Mexiko auch "Stern der Heiligen Nacht". 

Der Weihnachtsstern ist die meist verkaufte Topfpflanze im Winter und hat's gern ein bisserl wärmer, ein bisserl heller und genug Wasser. 

Weiterführende Links:

♪♫Amy Grant "Grown up Christmas list"♪♫

Disclaimer: die Blogposts des Adventkalenders erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, dann ist das in keinem Fall eine Beleidigung und ich bitte, mich darauf hinzuweisen. Ich versuche lediglich, Weihnachten und alles rundherum, so einfach wie möglich zu erklären. 



Dienstag, 15. Dezember 2015

Adventkalender - Tür15: Eine Weihnachtsgeschichte

 

"A Christmas Carol" ist die wohl bekannteste Geschichte von Charles Dickens und heißt eigentlich "Ein Weihnachtslied in Prosa". Sie handelt von Ebenezer Scrooge, einem alten, widerlichen, geizigen Geschäftsmann, dem in der Weihnachtsnacht der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley erscheint, um ihn zu warnen, dass er, wenn er so weiter macht, wie bisher, im Fegefeuer schmoren wird. Um ihn zu bekehren, erscheinen ihm noch drei weitere Geister, die ihm die Welt um ihn herum vor Augen führen. Der Geist der vergangenen Weihnacht, der Geist der gegenwärtigen und der Geist der zukünftigen Weihnacht. 
Scrooge erkennt, was für ein fürchterlicher Mensch er ist und dass er sich ändern muss, um die schrecklichen Schatten der Zukunft abzuwehren. Von nun an, ist er ein liebenswürdiger Mensch, der seine Umwelt respektiert und hilft, wo er helfen kann. Er ändert sich und sein Leben und damit das Leben vieler anderer. 

Charles Dickens lebte im 19 Jhdt. in England und war Journalist und Schriftsteller. Zu seinen bekanntesten Werken, neben "A Christmas Carol", zählen: Oliver Twist, David Copperfield, A Tale of Two Cities und Great Expectations. 

Mit der Weihnachtsgeschichte wollte Dickens die Missstände Englands im viktorianischen Zeitalter anprangern; es ist stark sozialkritisch. Es wurde am 19. Dezember 1843 erstmals veröffentlicht und wurde bald zum Bestseller, ohne, dass es Dickens reich gemacht hätte. Da es damals in England kein Urheberrecht gab, erschienen bald viele Raubkopien, die er zwar geklagt hat, aber damit sein ganzes, mit dem Buch verdientes Geld ausgab. Verarmt ist er dennoch nicht, da er ja noch einige andere Bestseller geschrieben hat. 

Er verwendet einen blumigen und humorvollen Stil, der - auch auf Englisch - trotzdem leicht lesbar ist. Seine Charaktere tragen oft sprechende Namen (wie Tiny Tim = winziger Tim) und sind weltbekannt.
Das Werk ist über 170 Jahre alt und hat nichts von seiner Popularität eingebüßt. Es gibt endlos viele Verfilmungen und Bühnenadaptionen und sollte - imho - von jedem einmal gelesen werden.
Was Charles Dickens über sein Buch sagte: 
"I have endeavoured in this Ghostly little book, to raise the Ghost of an Idea, which shall not put my readers out of humour with themselves, with each other, with the season, or with me. May it haunt their houses pleasently, and no one wish to lay it.
Their faithful Friend and Servant,
C.D.
December 1843"

Weiterführende Links:

♪♫Scrooge A Musical "I like life"♪♫

(Und das hab ich geschrieben, quasi ohne nachzulesen, weil ich mit der Geschichte aufgewachsen bin und sie in- und auswendig kenne :-) )


Disclaimer: die Blogposts des Adventkalenders erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, dann ist das in keinem Fall eine Beleidigung und ich bitte, mich darauf hinzuweisen. Ich versuche lediglich, Weihnachten und alles rundherum, so einfach wie möglich zu erklären. 


Montag, 14. Dezember 2015

Adventkalender - Tür14: 12 Tage von Weihnachten


"The Twelve Days of Christmas" ist ein sehr bekanntes, britisches Weihnachtslied. Darin bekommt der Sänger/die Sängerin von seiner/ihrer großen Liebe an jedem Tag von Weihnachten ein Geschenk zugesandt. Die 12 Tage beginnen mit dem Weihnachtstag am 25. Dezember und enden am 05. Jänner (manchmal auch vom 26. bis 06. Jänner). Weil wir ja früher schon gelernt haben, dass Weihnachten nicht am 27. Dezember vorbei ist, finden wir das jetzt gar nicht mehr so komisch, nicht wahr :-) 

Worum geht es tatsächlich? Vermutlich um Religion. Da es in England den Römisch-Katholisch-Gläubigen vom 16. Jhdt bis ins 19. Jhdt verboten war, ihrem Glauben offen nachzugehen, hat man dieses Lied gedichtet, das, oberflächlich betrachtet, eine Art Liebeslied oder einfach ein Kinderreim ist, aber in Wirklichkeit Wörter mit religiöser Bedeutung beinhaltet. Woher genau das Lied stammt, weiß man nicht. Es könnte auch französischen Ursprung haben.
Btw, ist das alles eine Vermutung, kein tatsächlich belegter Fakt. Es gibt Hinweise in alle Richtungen. Daher gibt es auch verschiedene Deutungen, was die Geschenke betrifft, die der Sänger/die Sängerin von "True Love" erhält. 

Relativ klar ist, dass mit "True Love" Gott gemeint sein könnte. 

Die wahrscheinlichsten Deutungen sind folgende:

  1. A Partridge in a Pear Tree ist Jesus Christus bzw. seine Geburt
  2. Two Turtle Doves sind das Alte und das Neue Testament
  3. Three French Hens sind Glaube, Hoffnung und Liebe
  4. Four Calling Birds sind vier Evangelien
  5. Five Gold Rings sind die ersten 5 Bücher des Alten Testaments
  6. Six Geese A-laying sind die 6 Tage der Schöpfung
  7. Seven Swans A-swimming sind die 7 Gaben des Heiligen Geistes
  8. Eight Maids A-milking 8 Seligpreisungen
  9. Nine Ladies Dancing die 9 "Früchte" des Heiligen Geistes
  10. Ten Lords A-leaping das ist leicht, die 10 Gebote
  11. Eleven Pipers Piping sind 11 der 12 Apostel, da ja der 12. Judas war
  12. Twelve Drummers Drumming sind die 12 Lehrsätze des Apostolischen Glaubensbekenntnisses

Weiterführende Links:

♪♫Roger Whittaker "The Twelve Days of Christmas"♪♫

Disclaimer: die Blogposts des Adventkalenders erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, dann ist das in keinem Fall eine Beleidigung und ich bitte, mich darauf hinzuweisen. Ich versuche lediglich, Weihnachten und alles rundherum, so einfach wie möglich zu erklären. 


Sonntag, 13. Dezember 2015

Adventkalender - Tür13: Weihnachtskekse


Rituelles Kochen und Backen gibt es schon seit Jahrhunderten. Unser heutiges (im wahrsten Sinne, weil ich heute mit zwei Freundinnen backe :-) ) Weihnachtsgebäck beruht vermutlich auf klösterlicher Tradition. Weil Zucker (und ein paar andere Zutaten) sehr teuer war, war das Gebäck bis ins 19. Jhdt nicht sehr im Volk verbreitet. Erst, als man Zucker auch durch die Zuckerrübe gewinnen konnte, wurde es leichter, auch für die einfacheren Leute, (Weihnachts)Gebäck herzustellen. 

Besonders beliebt bei uns ist der Christstollen, die Vanillekipferl und der Lebkuchen

Dazu gleich ein Fernseh-Tipp für heute: ORF2 um 16:05 "Magische Weihnachten - Traditionsgebäck zu den Weihnachtsfeiertagen". 

Rezepte

♪♫Scrooge A Musical "Christmas Children"♪♫

Wer ein Rezept hat, dass er/sie unbedingt teilen möchte, einfach in die Kommentare schreiben. 

Samstag, 12. Dezember 2015

Adventkalender - Tür12: Stille Nacht


"Stille Nacht", ein Weihnachtslied aus Österreich erobert die Welt!

Es gehört seit 2010/2011 zum UNSECO immateriellen Kulturerbe Österreichs und wurde vom Hilfspfarrer Joseph Mohr 1816 gedichtet und vom Dorfschullehrer Franz Xaver Gruber 1818 vertont. An Heiligabend 1818 wurde es erstmals in der Kirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg gesungen. Auf dem Standort der Kirche ist jetzt die Stille Nacht-Gedächtniskapelle. 

Zu der Zeit waren die Napoleonischen Kriege vorbei, der Wiener Kongress hat Europa neu geordnet. Salzburg wurde geteilt: ein kleiner Teil kam zu Bayer, der größere zu Österreich. Die Grenze war die Salzach, was für viele, die von ihr abhingen (Schiffer, Salztransport,...) zum Problem wurde. Diese Sehnsucht nach Frieden und Ruhe wird in den sechs Strophen des Liedes zum Ausdruck gebracht.

Angeblich hat ein Orgelbaumeister zur Verbreitung des Weihnachtsliedes viel beigetragen. Durch ihn gelang es nach Deutschland, von dort wieder nach Österreich, wo es weiter verbreitet wurde. Viel halfen dabei auch Tiroler Liedsänger. Gedruckt wurde es erstmals 1833, da hatte man quasi schon vergessen, von wem es stammt und meinte, es wäre ein Volkslied. Bis in die erste Hälfte des 20. Jhdts nahmen die meisten Amerikaner an, es wäre ein amerikanisches Volkslied! (Wobei ich sicher bin, dass es viele immer noch nicht wissen, oder es für ein deutsches halten) 
Erst König Friedrich Wilhelm VI von Preußen, half mit den Verfasser wieder ans Licht zu bringen. Er mochte das Lied besonders und wandte sich an Salzburg mit einer entsprechenden Anfrage. Da kam man dann drauf, wer der Urheber war. Mohr selber hat dann eine Abschrift an den König geschickt. 

Mittlerweile gibt es Stille Nacht in mehr als 300 Sprachen.

Hier eine Auswahl mehrer Versionen mehrerer Sänger. 

Weiterführende Links

♪♫The Piano Guys ft. Placido Domingo "Silent Night"♪♫

Disclaimer: die Blogposts des Adventkalenders erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, dann ist das in keinem Fall eine Beleidigung und ich bitte, mich darauf hinzuweisen. Ich versuche lediglich, Weihnachten und alles rundherum, so einfach wie möglich zu erklären. 



Freitag, 11. Dezember 2015

Adventkalender - Tür11: Perchten


Grundsätzlich gilt: Perchten sind keine Krampusse und der Krampus ist auch keine Perchte. Es verschwimmt zwar immer mehr und der Unterschied ist selbst vielen Vereinen und Passen nicht mehr ganz so klar, aber da ist einer. 
Persönlich bin ich der Meinung, dass die Perchte älter ist als der Krampus und sich der Krampus aus ihnen entwickelt hat. Einige Quellen sind der gleichen Meinung. Es gab immer schon Naturgeister. Und nichts anderes ist eine Perchte.
Ein gravierender Unterschied ist, dass den Perchten die Rauhnächte gehören. Die Rauhnächte sind, je nach Region, unterschiedlich von drei bis 12 Nächten um die Weihnachtstage bis in den Jänner. Die wichtigsten Rauhnächte sind die Nacht 5./6. Dezember, Wintersonnenwende 21./22. Dezember und 5./6. Jänner. In all diesen Nächten werden die Stuben geräuchert, können Tiere sprechen, sie werden zum Orakeln und zur Geisteraustreibung genutzt und die Wilde Jagd findet statt. 

Und hier kommen wir zu den Perchten. Die Perchten symbolisieren u.a. die Wilde Jagd. Es gibt viele Arten von Perchten, die geläufigsten Oberbegriffe sind Schön- und Schiachperchten. Die Schiachperchten treten zu Hauf in der Nacht bzw. am Abend auf, während die Schönperchten unter Tags kommen und Glück wünschen. Eine Gruppe von Perchten nennt man "Pass". Die Maske wird "Larve" genannt. 
Schiachperchten haben meist mehrere Hörner, zottelige Fellkostüme und riesige Glocken, mit deren Lärm sie den Winter austreiben. (Leichte) Hiebe mit den Ruten sollen Glück bringen und/oder Fruchtbarkeit. 
Schönperchten sind die Lichtgestalten, sie tragen eher normale Kleidung, aber ev. Masken mit menschlichen Zügen und darauf einen immens hohen und schweren Kopfschmuck. Sie tragen Schmuck und Spiegel und tanzen auch. Mit ihrem Tanz bringen sie Glück, eine gute Ernte und Fruchtbarkeit. 

Perchten treten vorwiegend im alpenländischen Europa auf. Naturgeister und -gestalten gibt es aber weltweit :-)

Weiterführende Links:
Diverse Krampus- und Perchtenläufe Bildergalerie
Photos von der Frau Kassandra, und hier 

♪♫Tom Jones & Cerys Mathews "Baby, it's cold outside"♪♫

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Donnerstag, 10. Dezember 2015

Adventkalender - Tür10: Bastelwerkstatt

How To Glücksengerl


Die letzten zwei Jahre hab ich eine Horde dieser Engerl gemacht und sie zu Weihnachten/Silvester als Glücksbringer verschenkt. Ich finde die wirklich niedlich und sie sind relativ einfach zu machen. Wie man anhand des Videos und meiner Fotos sieht, ist es nicht notwendig, sich hundertprozentig an die angegeben Materialien zu halten. V.a. da ich nirgendwo den Glitzerpfeifenputzerdraht gefunden habe. Aber mehrfarbigen Chenilledraht hab ich beim Obi z.B. gefunden. Daher stammen auch die Holzkugerl. Geht genauso gut.



Im Video ist (zwar auf Englisch, aber trotzdem) sehr gut erklärt, wie es funktioniert. Man kann auch einfach das Video rennen lassen und Schritt für Schritt mit den Bildern mitmachen.


Quelle: https://youtu.be/N_FLJ_zyHw8




Mittwoch, 9. Dezember 2015

Adventkalender - Tür9: Der Weihnachtsmarkt


Weihnachtsmärkte gehen zurück auf spätmittelalterliche Verkaufsmärkte. In D und Ö sind Weihnachtsmärkte seit Beginn des 20. Jhdts fester Bestandteil unserer Adventzeit. Da der Sonntag vor dem 1. Advent der Totensonntag ist, sollten sie eigentlich danach starten. 
Einige Märkte Deutschlands gehen auf das Jahr 1400 - 1500 zurück. Der Augsburger Christkindlesmarkt wurde z.B. schon 1498 urkundlich erwähnt und Bautzen geht auf das Jahr 1384 zurück. 

1294 hat Herzog Albrecht I das Privileg zum Abhalten eines Dezembermarktes erteilt. Einen Christkindlmarkt vor dem Stephansdom gab es schon 1626 und den modernen Christkindlmarkt in Wien gibt es seit 1764 an mehreren Standorten: Freyung, Am Hof, Neubaugürtel, Messepalast,... Erst 1975 ist er auf den Rathausplatz gezogen und startet von dort seine Karriere als größter, und bekanntester Christkindlmarkt Österreichs. 

Viele Länder haben die Tradition des Weihnachtsmarktes übernommen und so gibt es in London oder Edinburgh auch schon einige Märkte nach deutschem Vorbild. Dort sieht es allerdings mehr nach Vergnügungspark aus... 

PS: Wenn auch gerne angeführt, das MQ ist kein Weihnachtsmarkt imho. Dort kann man Eisstockschießen und Punsch trinken und sonst nix. Meinetwegen ein Wintermarkt.

Weiterführend Links:
♪♫Glee "We need a little Christmas"♪♫


Disclaimer: die Blogposts des Adventkalenders erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, dann ist das in keinem Fall eine Beleidigung und ich bitte, mich darauf hinzuweisen. Ich versuche lediglich, Weihnachten und alles rundherum, so einfach wie möglich zu erklären. 

Dienstag, 8. Dezember 2015

Adventkalender - Tür8: Mariä Empfängnis


Mariä Empfängnis ist ein katholischer und in Österreich auch ein gesetzlicher Feiertag. Allerdings feiern wir nicht - wie man aus dem irreführenden Namen eventuell schließen möchte - den "Zeugungstag" Jesu, sondern, dass Maria empfangen wurde. 

Anna und Joachim (Maria's Eltern) konnten keine Kinder haben. So ging Joachim in die Wüste beten (das machen fast alle in der Bibel) und Anna blieb in Jerusalem (natürlich auch betend). Ein Engel überbrachte Joachim die Botschaft, dass sie ein Kind bekommen werden: die Gottesmutter Maria.
Den Teil über unbefleckte Empfängnis, Erbsünde, Dogma usw lass ich jetzt weg. Das kann man bei den Links unten sehr gut nachlesen, wenn man es genau wissen will.  

However: In Österreich gibt es den Feiertag seit 1647, eingeführt zum Dank, dass Österreich im Dreißigjährigen Krieg von einer Fremdherrschaft verschont blieb, von Kaiser Ferdinand III (der sie auch zur Schutzheiligen Österreichs erhob). Im 2. WK abgeschafft und 1955 wieder eingeführt.
Das "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria", wie es jetzt offiziell heißt, kann bis ins 9. Jhdt nachgewiesen werden. 


Dargestellt wird sie mit folgenden Heiligenattributen: sie tritt auf den Kopf der Schlange, die für die Sünde steht (Adam und Eva, Paradies, verbotene Frucht, Schlange, eh scho wissen). Diese Schlange windet sich oft um eine Erdkugel, was wiederum für den Sieg Marias über die gesamte, weltliche Sünde steht. Sie hat einen Sternenkranz um den Kopf und eine Mondsichel unter ihren Füßen. Die Sichel ist ein apokalyptisches Zeichen.  

Die Lichterprozession "Immaculata" startet in Wien am 08.12. um 16:00 bei der Mariensäule Am Hof, in Begleitung von Fackelträgern und Blasmusik über den Graben zum Stephansdom. 

Weiterführende Links:

♪♫Amy Grant "Breath of Heaven"♪♫

Disclaimer: die Blogposts des Adventkalenders erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, dann ist das in keinem Fall eine Beleidigung und ich bitte, mich darauf hinzuweisen. Ich versuche lediglich, Weihnachten und alles rundherum, so einfach wie möglich zu erklären. 

Montag, 7. Dezember 2015

Adventkalender - Tür7: Chanukka


Am 07.12.2015, bzw. am 25. Tag des Monats Kislew (November/Dezember) beginnt das 8 Tage dauernde Lichterfest der jüdischen Glaubensgemeinschaft.
Damit feiert man die Befreiung der Juden von der Fremdherrschaft 165 v. Christus. Der achtarmige Leuchter (Menorah) wurde entzündet und damit der Tempel in Jerusalem wieder eingeweiht. Eine kleine Kanne Öl reichte dabei für acht Tage. 
Chanukka bedeutet "(Ein)Weihung". 

Jeden Tag wird eine neue Kerze angezündet. Da finden sich ein paar Parallelen zum Entzünden des christlichen Adventkranzes wie auch beim Christbaum (vermutlich lehnt sich beides an das Lichterfest an). Außerdem beruht Chanukka wahrscheinlich ebenfalls auf einer Winter-Zeremonie. Angeblich hat auch eine Jüdin sowohl den Christbaum, als auch das Geschenke verteilen in Wien eingeführt. 

Nicht nur die Menorah wird in der Synagoge/im Tempel beleuchtet, auch im Haus werden nach Einbruch der Dunkelheit die Kerzen der Chanukkia (achtarmiger Leuchter) angezündet. Chanukka ist streng genommen ein "Halbfest" und auch kein Feiertag. Nur für die Dauer der brennenden Kerzen (ca. 30min) wird die Arbeit gegen Spiel getauscht. Die Kerzen werden von links nach rechts angezündet. Am letzten Tag werden Lieder gesungen und Geschenke verteilt. Hier lehnt sich Chanukka mehr an Weihnachten an. Früher wurde es bescheidener gefeiert, aber v.a. in Amerika wird es immer aufwendiger. 

Alle paar Jahrhunderte fallen der achte Tag von Chanukka und Weihnachten auf denselben Tag. 

Weiterführende Links:



♪♫Glee Cast "Chanukka oh Chanukka"♪♫

Disclaimer: die Blogposts des Adventkalenders erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, dann ist das in keinem Fall eine Beleidigung und ich bitte, mich darauf hinzuweisen. Ich versuche lediglich, Weihnachten und alles rundherum, so einfach wie möglich zu erklären. 

Sonntag, 6. Dezember 2015

Adventkalender - Tür6: Der Nikolaus


Vorweg: unser Nikolaus ist nicht der Weihnachtsmann, aber beide beruhen auf derselben, historischen Figur. Der Weihnachtsmann (Santa Claus) hat sich aus der Figur des Nikolaus entwickelt. Das Christkind ist eigentlich eine Nebenerscheinung und relativ jung als Figur. Überraschung! (Und es ist übrigens auch nicht korrekt, dass der Weihnachtsmann von Coca Cola erfunden wurde - aber dazu in einem anderen Post.)

Unbestritten ist, dass unser Nikolaus auf der Figur des Nikolaus von Myra beruht. Er war Bischof in der 1. Hälfte des des 4. Jhdts in der heutigen Türkei. Es gibt immens viele Legenden, die sich um ihn ranken, wovon viele belegt, viele nicht sind. Im Grunde ist er Helfer in Schwierigkeiten und Patron von eigentlich fast eh allem.

Früher brachte nur der Nikolaus am 06.12. die Geschenke, irgendwann hat sich der Heilige Abend (zumindest bei uns) als Geschenketag durchgesetzt (übrigens wieder von den Protestanten verbreitet). In Belgien, Holland und Luxemburg ist der 06. Dezember immer noch der wichtigere Feiertag.

Am 06.12. war die Perikope (das ist ein Abschnitt der Bibel, die zur Lesung in der Kirche bestimmt ist) vom Gleichnis von den anvertrauten Talenten vorgesehen. Darauf geht wohl der Brauch zurück, dass der Nikolaus die Kinder befragt, ob sie gut oder böse waren. Das Befüllen der vor die Tür gestellten Schuhe, geht wohl darauf zurück, dass Nikolaus drei Jungfrauen mit Goldklumpen beschenkt hat, um sie davor zu schützen, von ihrem sehr armen Vater in die Prostitution verkauft zu werden. 

Ursprünglich war auch der 06. Dezember der Tag der Geschenkeverteilung. Durch die Reformation wurde der Tag auf den 24./25. gelegt. Da aber der Tag des (unseren) Nikolaus der 06. Dezember blieb, musste jemand anderer die Geschenke verteilen. Das Christkind wurde bei uns "geboren". Anderenorts hat sich der Weihnachtsmann entwickelt.
Aber zu dem komplexen Verhältnis Weihnachtsmann-Christkind kommen wir noch.


Weiterführende Links:
♪♫Susan Boyle "The first Noel"♪♫

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Samstag, 5. Dezember 2015

Adventkalender - Tür5: Der Krampus


Am 05.12. ist in unseren Breiten Krampustag. Ein Krampus ist keine Perchte. Auch, wenn es mehr und mehr verschwimmt. Einige Quellen meinen jedoch, dass sich Krampus und Nikolaus aus der Perchte, die für Gut und Böse steht, durch die Christianisierung entwickelt hat. Klingt logisch. Es ist halt wieder mal kompliziert.

Der Krampus ist eigentlich der Begleiter des Nikolaus. Der Nikolaus (dazu morgen mehr) beschenkt die braven Kinder, der Krampus gibt den bösen Kohle, rasselt mit seinen Ketten und "bestraft" sie mit der Rute. Der Krampus wird auch gerne mit Knecht Ruprecht gleichgesetzt, stimmt aber auch nicht so ganz. Knecht Ruprecht ist eine Einzelgestalt, der Krampus tritt ungezähmt am Vorabend des 06.12. in Horden auf und dann am Nikolaustag gemeinsam mit dem Nikolaus. 

Krampus kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet "Kralle", bzw ist etwas Lebloses, Verbrauchtes. Der Krampus gehört in die Adventzeit (die Perchten in die Raunächte) und hat viele Namen, wie Tuifl oder Ganggerl (je nach Gebiet in Österreich). Er hat eine Rute bei sich und oft einen Weidenkorb am Rücken, in dem er die bösen Kinder mitnimmt. 

In ganz Österreich gibt es viele Krampusläufe (die mehr und mehr mit Perchtenläufen verschwimmen). Der Brauch entstand im Habsburgerreich, wurde zur Zeit der Inquisition verboten (weil man sich nicht als das Böse verkleiden durfte - und sollte) und im 19. Jhdt erst wieder aufgenommen. In Horden treten die Krampusse nur vor dem Nikolaus auf, weil dieser sie ja dann zähmt und sie als seine Begleiter mitkommen. 
Irgendwo hab ich gelesen, dass des Krampus Aufgabe wäre, den Winter zu vertreiben und die Perchten nur böse sind. Das stimmt so nicht. Gerade die Perchten mit ihren Glocken und Schellen vertreiben den Winter. 
However, eine beliebte Mutprobe bei Krampusläufen ist das "Tuifltratzen", bei dem man die Kramperl ärgert und reizt, ohne aber von ihnen gefangen oder geschlagen zu werden (was übrigens nicht so einfach ist, die sind nämlich trotz ihrer schweren Masken und des vielen Fells, wirklich schnell - ich hab's probiert). 
Auch das Tischziehen gehört zum Brauchtum. Junge Männer versuchen mit einem Tisch die Krampusse am Einkehren zu hindern. Die halten natürlich dagegen. 

Weiterführende Links
Diverse Krampus- und Perchtenläufe Bildergalerie

♪♫Train "Shake up Christmas"♪♫

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